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Erfolgreiche Bildungspolitik legt den Grundstein für die Zukunft unserer Kinder

Nur in einem Bildungssystem der Vielfalt von Lernwegen und Lernkompetenzen werden die individuellen Begabungen - ob praktisch oder theoretisch - bestens gefördert. Wir stehen zu der Verantwortung des Staates, jedem einzelnen Kind die Chance auf eine erfolgreiche Schullaufbahn zu eröffnen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Begabungen und der unterschiedlichen Entwicklungsreife kommt es darauf an, das Schulsystem durchlässig zu gestalten, um optimale Chancengerechtigkeit zu erreichen.

Die Unterschiedlichkeit der Anforderungen an die einzelnen Schulen fordert zwingend eine Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schulen. Das ist ein grundlegender Paradigmenwechsel in der Schulpolitik. Er bedeutet mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten in den Schulen vor Ort und weniger zentrale Vorgaben. Die größere Freiheit für die Schulen muss aber immer auch mit bestimmten Qualitätsstandards verbunden sein. Wir setzen auf ein abgestimmtes Bildungskonzept und werden auch die Finanzmittel für die Schulen spürbar steigern. Transparenz und Vergleichbarkeit bleiben für jede Bildungseinrichtung unverzichtbare Prinzipien.

Wir stehen zum Erziehungsauftrag der Schule. Wir wollen dazu beitragen, dass wesentliche Voraussetzungen für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und für die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Freiheitsrechten und Bürgerpflichten in unseren Schulen entwickelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Eltern am Bildungserfolg ihrer Kinder mitarbeiten und in der schulischen Arbeit Verantwortung übernehmen.

Wesentliches Element unserer Bildungspolitik ist es, alle Beteiligten in einen partnerschaftlichen Dialog einzubeziehen.

Wichtige Entwicklungen und Vorhaben im Schuljahr 2010/11

Mit Beginn des Schuljahres 2010/11 am 16. August wird es einige Neuerungen für Hessens Schulen geben. Die wichtigsten im Überblick:

Betreuungsangebote:

An 1163 Schulen gibt es Betreuungsangebote, zehn mehr als bisher. Darunter sind 1098 Grund- und 65 Förderschulen. Die Angebote garantieren den Eltern verlässliche Betreuungszeiten über den Unterricht hinaus. Die Zeiten sollen sich an den vielfältigen Bedürfnissen der Eltern orientieren. Die Betreuung der Schüler kann schon vor sieben Uhr beginnen und bis 15 Uhr ausgeweitet werden.

Bildungsstandards:

Die geplante Einführung wird um ein Jahr auf das Schuljahr 2011/12 verschoben.
Damit soll den Schulen mehr Zeit gegeben werden, sich mit der Umstellung von den Lehrplänen auf die Standards auseinanderzusetzen. Das offizielle Beteiligungsverfahren dazu ist für diesen Herbst geplant. Anfang 2011 gibt es Fortbildungen für die Lehrer. Die Kultusminister haben die Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler beim Erlangen eines Abschlusses können muss und sollen die Qualität der Schulbildung sichern sowie die Vergleichbarkeit der Abschlüsse herstellen.

Führungsakademie:

Ab September werden geeignete Nachwuchskräfte in einer Führungsakademie für Schulleitungsaufgaben und damit für das Projekt ,,Selbstständige Schule" qualifiziert. Dafür stehen zusätzlich 700.000 Euro zur Verfügung. Die Akademie ist keine neue Behörde, sondern eine Weiterentwicklung bestehender Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer.

Ganztagsangebote:

Der Ausbau der Ganztagsangebote wird konsequent vorangetrieben. Insgesamt profitieren in diesem Schuljahr 150 Schulen davon. An 62 Schulen wird es neue Ganztagsangebote geben und an 88 werden bestehende Angebote erweitert. Damit haben 713 (gut 41 Prozent) aller öffentlichen Schulen der Primarstufe, der Sekundarstufe I und der Förderschulen ein Ganztagsangebot, inklusive pädagogischer Mittagsbetreuung.

Haushalts-Sparprogramm:

Das Kultusministerium muss 1,2 Prozent seines Budgets (45,2 Millionen Euro) sparen. Mit 18 Millionen Euro soll der größte Posten bei der Kürzung der Vertretungsmittel erbracht werden. Rund 9,3 Millionen Euro kommen aus von den Schulen nicht abgerufenen Mitteln für das Programm ,,Verlässliche Schule", mit dem externe Kräfte bezahlt werden können. 350 Lehrer werden - anders als geplant - nicht befördert. Aus Rücklagen sollen neun Millionen Euro kommen. Der Rest wird im Ministerium und den ihm nachgeordneten Dienststellen gespart.

Individuelle Förderung

Als wichtige Maßnahme für mehr individuelle Förderung, besonders am Anfang der Schullaufbahn, wird von diesem Schuljahr an die Zuweisung für die Förderstunden an den Grundschulen erhöht .

Klassengrößen

Auch die Verkleinerung der Klassen wird fortgesetzt. Im vergangenen Schuljahr wurde begonnen, die  Eingangsklassen der Grund- und der weiterführenden Schulen zu verkleinern, in diesem Schuljahr erfolgt die dies für die Jahrgangsstufen zwei und sechs.

Lehrerstellen:

Eine wichtige Voraussetzung für guten Unterricht ist eine ausreichende Lehrerversorgung. Trotz der extrem angespannten Haushaltslage des Landes wird weiterhin die Ausstattung der Schulen mit Personal und Mitteln verbessert . Nachdem die Schulen im vergangenen Schuljahr 1.000 zusätzliche Stellen erhalten haben, wird in diesem Schuljahr nochmals um weitere 650 Stellen erhöht. Sie kommen vor allem dem Ausbau der Ganztagsangebote (115 Stellen), der Verkleinerung der Klassen sowie den doppelten Abiturjahrgängen zugute, die es durch die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur um ein Jahr gibt.

Zuwächse:

Neben dem Geld für rund 650 zusätzliche Lehrerstellen gibt es 9,3 Millionen Euro für die Privatschulen sowie fast 34 Millionen Euro für Lehrer, die in Altersteilzeit wechseln.

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